die Paleoreise

wir jagen und sammeln – Reisende soll man nicht aufhalten

Up and Down

Paleo auf Konferenzen

Am letzten Wochenende war ich auf einer Konferenz. Leider habe ich versäumt, die Veranstalter auf meine besondere Ernährung hinweisen. Mir wurde im Nachhinein versichert, dass man etwas paleo-konformes bereitgestellt hätte. Nun gut, so konnte ich mal die Tricks probieren, die man für unvorbereitete Situationen bekommt.

  1. Satt hingehen.

    Am ersten Tag habe ich einfach sehr gut gefrühstückt, was mir den Großteil des Tages auch gereicht hat.

  2. Nur einen Teil essen

    Am Abend, bei der „welcome party“, gab es dann unter anderem Burger, die für mich zu Hackbraten mit Tomate und Zwiebel wurde.

  3. Trinken wenn man Heißhunger oder Futterneid hat.

    Glücklicherweise war die Wasserversorgung einwandfrei, sodass hier kein Problem entstand.

  4. Das Angebot gründlich ansehen

    Vegetarierer und Veganer waren beim Mittagsbuffett bestens versorgt. Mit etwas Geduld habe ich jedoch auch für mich eine Pilz/Karotten-Beilage entdeckt, die sowohl lecker als auch sättigend war. Man muss nur etwas suchen.

  5. vitaminreiche Snacks

    Da die Veranstalter auch ohne meinen Spezialwunsch nicht jedem gerecht werden konnten, gab es eine Menge Obst. Dies hat mir geholfen, konzentriert durch den Tag zu kommen.

  6. außerhalb etwas essen

    Nachdem die Vorträge und Workshops des Tages beendet waren, ging es für mich zurück ins Hotelzimmer. Auf dem Weg dorthin habe ich noch einen Laden gefunden, bei dem ich den verbleibenden Hunger stillen konnte.

Unterm Strich war es eine spannende Erfahrung aus Paleosicht.

Paleo-Kater

Man hört ja viel über Carb-Flu, den Paleo-Kater. Zum Beispiel… also… naja, so richtig viel dann doch nicht. Ich habe davon gehört, das schon. Aber was das genau bedeutet, war mir nicht bekannt. Wenn man so drüber nachdenkt, dann ist es sicherlich eine sehr persönliche Sache. Schließlich ist jeder Körper etwas unterschiedlich. Um es mal etwas plastischer zu machen, hier meine Erfahrungen:

Am vierten Tag ging es mir schlecht. Nicht so „oh, bin etwas müde“, sondern wirklich schlecht. Zusammengefasst waren meine Symptome Durchfall, Magen-Darm-Krämpfe, Abgeschlagenheit und die so oft genannten Kopfschmerzen. Ich sage das aber nicht, um hier Leute abzuschrecken, für mich war und ist das ein sehr motivierendes Erlebnis gewesen.

Aber einen Schritt zurück. Etwas mehr Kontext ist sicherlich hilfreich, wenn man diesen Beitrag gerade in der südlichen Hemisspähre oder zweieinhalb Jahre später liest. Hier bei uns ist gerade Sommer mit Temperaturen um die 30° C. Die vergangenen Tage habe ich also eher durchgehalten als genossen. Dazu kommt, dass ich in den letzten Monaten und Jahren einen eher stressigen Lebensstil habe. Paleo ist für mich ein Ausweg zu bewussterem Leben. Meinen Schlaf verfolge, messe und verbessere ich schon seit mehreren Wochen. Nur kann ich bei über 22° C nachts nicht wirklich erholsam schlafen.

Mein Immunsystem ist also angegriffen. Die Kopfschmerzen, die man u. a. in den Einsteigertipps von paleosophie.de lesen kann, kamen zuerst. Vermutlich. Vielleicht auch die Müdigkeit. Beides habe ich erstmal der Hitze zugeschrieben und auf den echten Carb-Kater gewartet. Das war mal ne blöde Einstellung. Aber gut, mein Körper hat dann meinen Wunsch auch erfüllt und den Durchfall aus dem Lehrbuch hinzufügt.

Also Entgiftungserscheinungen. Super. Nach etwas Recherche habe ich dann recht schnell die Dinge gefunden, die mein Körper in der Situation braucht. Im wesentlichen sollte ich auf Getreide und Milchprodukte verzichten (schön, das bekommt man mit Paleo ja recht leicht hin). Durchfall führt auch zu Mangelerscheinungen von Zucker, Mineralien (Kalium) und Wasser. Also habe ich gefiltertes Wasser und Mineralwasser getrunken, Spinat mit Rührei zu mir genommen und eine relativ grüne Banane als Nachtisch gehabt. Die Banane war weniger für mich als für meine Darmflora gedacht.
Das, und eine ausreichende Menge Schlaf.

Am nächsten Morgen bin ich eine Minute vor meinem Wecker aufgewacht und fühlte mich großartig. Immer noch angeschlagen durch die sommerliche Hitze, aber deutlich besser als noch vor ein paar Wochen. Und das motiviert mich, weiterzumachen.

Mein Anfangs- UP

So, Küche ist Paleo bereit.

Herz und Hirn sind voll dabei. Nachdem ich meinem Magen einige letze Henkersköstlichkeiten zugeführt habe und er sich jetzt langsam wieder leer anfühlt, bin ich voller Tatendrang und freue mich sehr auf morgen, unseren ersten richtigen Paleotag.

Ich bin am allermeisten gespannt, wie mein Körper und mein Gehirn auf den Zuckerentzug reagieren werden. Nicht das es das in den letzten Monaten im Übermaß gegeben hätte, aber es war vorhanden.

Meinem Körper wird das sicher nicht entgehen 😉